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Sozialkürzungen
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Babsi
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Vollmond am 08.11.11
Sozialkürzungen
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am:
24. Juli 2010, 10:34:32 »
Wie gestern bekannt wurde, will sich der Staat weiter auf Kosten der sozial Schwachen sanieren. So ist geplant, Hartz IV-Empfängern nur noch Wohnungsgrößen zwischen 25 und 45 m² zu erlauben. Schwerbehinderte, die kostenlos den ÖPNV benutzen dürfen, sollen das auch nicht mehr dürfen. Streichung des Elterngeldes für Arbeitslose und Geringverdiener ist ebenso geplant. Die Liste des sozialen Kahlschlags ist allerdings noch deutlich länger.
Wer sich dagegen wehren will, kann sich hier an einer Unterschriftenaktion beteiligen.
http://campact.de/spar/sn1/signer
LG
Babsi
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Federball
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Re: Sozialkürzungen
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Antwort #1 am:
24. Juli 2010, 14:41:34 »
Auf 25 Quadratmetern habe ich auch schon gewohnt in einer kleinen Dachwohnung in der man nur in der Mitte aufrecht stehen konnte - das ging auch.
Teilweise bin ich über dieses Anspruchsdenken schon entsetzt
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Babsi
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Vollmond am 08.11.11
Re: Sozialkürzungen
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Antwort #2 am:
24. Juli 2010, 16:24:23 »
@Federball
Es geht doch gar nicht um Anspruchsdenken, sondern um Menschenwürde. Wenn ein älterer Mitarbeiter seinen Job aufgrund von Rationalisierung oder einfach wegen seines Alters verliert, dann hat er ganz schlechte Karten, einen neuen Job zu finden. Ein Jahr später landet er bei Hartz IV. Erst darf er den größten Teil seiner Ersparnisse verbrauchen, dann bekommt er Hartz IV und darf sich dann mit seiner gesamten Habe, die er sich im Laufe seines Lebens angeschafft hat, eine 25 m² große Wohnung mieten.
Willst Du mir mal verraten, wo er mit all seinen Sachen hin sollte? Ich könnte meine Sachen niemals in so einer Hundehütte unterbringen. Hier wird die Lebensleistung von Menschen, die sich im Laufe des Lebens etwas aufgebaut haben, von den Politikern mit Füßen getreten.
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Federball
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Re: Sozialkürzungen
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Antwort #3 am:
24. Juli 2010, 16:59:07 »
Was hat jetzt Besitzstandswahrung mit Menschenwürde zu tun?
Soll die Gemeinschaft wirklich den Hartz IV Empfängern den gleichen Lebensstandard erhalten, den sie als Vollverdiener hatten? Es ist auch nichts was von heute auf morgen geschieht, sondern man fällt erst nach einem Jahr in Hartz IV, sofern man gearbeitet hat. Bis dahin muss man sich schon Gedanken darüber machen, wie sich die Zukunft gestaltet. Anstatt aber freiwillig zu sagen, solange man noch Arbeitslosengeld bezieht und bevor die Not richtig am Fensterbrett steht den unnötigen Hausrat zu Geld zu machen, ein kleineres den jetzigen Lebensverhältnissen angemessenes Fahrzeug zu nehmen und sei es ein Fahrrad, eine billigere Wohnung zu mieten etc., wird darauf gehofft, dass der Staat das Geld vom Himmel regnen lässt.
Eine ehemalige Bekannte von mir ist 8 Jahre lang immer tiefer in die Armut gerutscht, ist Alkoholikerin und hat deswegen nie lange einen Job behalten. Nach den 8 Jahren fiel sie dann aus allen Wolken, dass ihr das Amt die Wohnung nicht erhalten wollte. Lebt heute wieder bei ihren Eltern. Der Schnitt vom alten Verdienerleben in das Empfängerleben muss mal sein und lieber gleich als das ewig lange zu ziehen. Es hilft einfach nichts so traurig es ist. So Dinge wie Übergangsgeld ist ein süßes Gift, dass die Leute davon abhält sich realistisch in der Armut einzurichten, wenn schon mal Endstation ist.
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Babsi
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Vollmond am 08.11.11
Re: Sozialkürzungen
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Antwort #4 am:
24. Juli 2010, 17:17:41 »
Zitat von: Federball am 24. Juli 2010, 16:59:07
Der Schnitt vom alten Verdienerleben in das Empfängerleben muss mal sein und lieber gleich als das ewig lange zu ziehen. Es hilft einfach nichts so traurig es ist. So Dinge wie Übergangsgeld ist ein süßes Gift, dass die Leute davon abhält sich realistisch in der Armut einzurichten, wenn schon mal Endstation ist.
Federball, ich bin echt entsetzt über das, was Du hier schreibst. Denkt man Deinen Gedankengang konsequent weiter, dann bleibt dem Arbeitslosen nur noch, sich aufzuhängen, denn in Würde leben möchtest Du ihn nicht lassen. Du benutzt ja schon den Begriff "Endstation". Warum nicht gleich in KZ´s schicken zur Zwangsarbeit? Das hatten wir alles schon mal.
Womit hat ein Arbeitsloser es verdient, in menschenunwürdigen Zuständen zu leben, die er nicht zu verantworten hat? Du erklärst hier Menschen nicht nur zum alten Eisen, sondern eigentlich zu Müll, der nur noch entsorgt werden muss. Ich weiß, dass das überspitzt ausgedrückt ist, aber das soll es auch, damit deutlich wird, dass wir unsere Probleme ganz anders lösen müssen. Der Staat hat nicht das Recht, denen alles zu nehmen, die jahrelang hier ihre Steuern bezahlt haben und die Sozialversicherungskassen füllten, nur damit die Vermögenden nicht belastet werden müssen.
Wie wäre es denn mit einer Steuererhöhung auf 50% für Einkommen ab 250.000,- € und einer Anhebung der Erbschaftssteuer? Wieso streicht man nicht radikal alle Subventionen und ändert das Steuerrecht so, dass es nicht mehr möglich ist, sich arm zu rechnen? Wieso muss man lange darüber debattieren, ob man CD´s, die Daten von Steuerhinterziehern enthalten, ankaufen soll oder nicht? Wann werden die Banken zur Kasse gebeten, die uns doch die Suppe eingebrockt haben?
Immer nur die Ärmsten der Gesellschaft zu melken und ihnen das letzte nehmen, was sie haben, das ist menschenverachtend!
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Mayana
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Re: Sozialkürzungen
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Antwort #5 am:
24. Juli 2010, 17:35:01 »
Tja, wenn alles nur so einfach wäre?
Fällt mir bei euch beiden nur ein, denn ich kann beide Seiten nachvollziehen. Überall wird der "Wasserkopf" aufgebaut, die, die arbeiten werden weniger...und ach ja, das kennen wir alle zur Genüge..! Komisch, in anderen Ländern steht man auf, da passiert was, da rudern die "Oberen" zurück...warum nur? weil sich alle einig sind?
Die Debatte gibt es schon seit Jahren...
Es gibt die, die noch nie in ihrem Leben wirklich gearbeitet haben, aber hat man ihnen je eine Chance gegeben? Es gibt die, die das soziale System ausnutzen, hat es ihnen je geschadet?...
Gerecht/Ungerecht...seit Menschengedenken..immer wieder ein nettes Thema und irgendwann habe ich von einer Partei gehört, als ich mich beschwerte: "Dann müssen Sie in die Politik gehen"
Schade eigentlich, dass ich das nie gemacht habe, wäre der sicherste Posten überhaupt !
Viele Grüße
Mayana
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Babsi
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Vollmond am 08.11.11
Re: Sozialkürzungen
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Antwort #6 am:
24. Juli 2010, 19:18:39 »
@Mayana
Eine gerechte, menschenwürdige Lösung zu finden ist vielleicht nicht einfach. Aber wenn wir uns fragen, was wir für eine Gesellschaft wollen, eine von purem Egoismus geprägte oder eine solidarische, da kann es für mich keine Alternativen geben. Ich will eine solidarische Gesellschaft, in der jeder Mensch menschenwürdig leben kann.
Niemand hat das Recht, jene praktisch zu enteignen, die aufgrund ihres Alters oder wegen fehlender Ausbildungsmöglichkeiten vom Arbeitsmarkt abgehängt werden. Wenn man sie zwingt, sich von ihrer persönlichen Habe zu trennen, dann ist das eine Enteignung. Wer Arbeitslose zu einem Wohnungswechsel zwingt, der entwurzelt sie auch noch. Schließlich wohnen viele Menschen schon lange Jahre in ihrer Wohnung. Das betrifft besonders ältere Menschen und so etwas macht die Menschen krank. Wir alle brauchen stabile Verhältnisse, in denen wir leben können.
Wieso begreifen das eigentlich die Jüngeren nicht?
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Horst
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Re: Sozialkürzungen
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Antwort #7 am:
25. Juli 2010, 00:27:18 »
Diese Diskussion haben wir ja nun schon des öfteren hier im Forum gehabt und aus der jeweiligen Sichtweise hat ja jeder irgendwie Recht.
Er kann nicht sein, dass ein Mensch der über Jahre seinen Job gemacht hat in die Armut fällt nur weil er durch Rationalisierungsmaßnahmen arbeitslos wird. Es kann aber auch nicht sein dass ein Mensch der durch Fleiß und Strebsamkeit gutes Geld verdient als Dank dafür auch noch über Gebühr zur Kasse gebeten wird oder ein Mensch der etwas erbt Steuern zahlen muß für eine Sache die irgendwie schon mal versteuert wurde oder im Rahmen einer Subvention teilweise oder ganz von der Steuer befreit wurde.
Ich verstehe nicht dass es in keiner Partei auch nur in Ansätzen Überlegungen gibt die statt der ständig diskutierten Besteuerung von Arbeit eine Besteuerung von Maschinen erwägt. Wenn schon Maschinen die Arbeit übernehmen die sonst Menschen ausgeübt haben so kann ich nicht verstehen warum es keine Abgabe auf Maschinen geben soll die den Ausfall an Steuern und Sozialabgaben ausgleichen soll.
Gruß Horst
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Federball
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Re: Sozialkürzungen
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Antwort #8 am:
25. Juli 2010, 00:46:27 »
Zitat von: Babsi am 24. Juli 2010, 17:17:41
Federball, ich bin echt entsetzt über das, was Du hier schreibst. Denkt man Deinen Gedankengang konsequent weiter, dann bleibt dem Arbeitslosen nur noch, sich aufzuhängen, denn in Würde leben möchtest Du ihn nicht lassen.
Das ist falsch, ich gönne jedem ein soziales Existenzminimum. Nur Abstriche werden sich bei längerer Arbeitslosigkeit nicht vermeiden lassen.
Verzichten Sie auf die angekündigten Kürzungen im Sozialressort!
Beteiligen Sie stattdessen Spitzenverdiener/innen und Vermögende über einen höheren Spitzensteuersatz und eine Vermögenssteuer an der Sanierung des Bundeshaushalts.
Die Seite
http://campact.de/spar/sn1/signer
suggeriert hier den Leuten man müsste sich das Geld einfach nur von anderer Stelle holen und könnte so auf schmerzhafte Einschnitte verzichten. Das finde ich gelinde gesagt etwas blauäugig, denn damit werden Begehrlichkeiten geweckt, die der Staat nie und nimmer erfüllen kann. Die SPD hat damals Hartz 4 nicht eingeführt, weil sie es wollte, sondern weil sich etwas ändern musste.
Zitat von: Babsi am 24. Juli 2010, 17:17:41
Du benutzt ja schon den Begriff "Endstation".
Zu Recht schau dir doch mal die Analyseergebnisse der Forschungsgruppen an:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hartz126.html
Kommt vielleicht etwas hart rüber, aber das ist die Praxis. Ich male halt keine Luftschlösser wie die von der Unterschrifteninitiative.
Zitat von: Babsi am 24. Juli 2010, 19:18:39
Eine gerechte, menschenwürdige Lösung zu finden ist vielleicht nicht einfach. Aber wenn wir uns fragen, was wir für eine Gesellschaft wollen, eine von purem Egoismus geprägte oder eine solidarische, da kann es für mich keine Alternativen geben. Ich will eine solidarische Gesellschaft, in der jeder Mensch menschenwürdig leben kann.
Sicher das möchte jeder, ich als alter Sozialromantiker
besonders, aber das Geld dafür ist nicht vorhanden. Ich kann halt auf Dauer nicht mehr verteilen, als das was die Gesellschaft erwirtschaftet.
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