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Frage: Welche Regelung würdest du bevorzugen?
Zustimmungsregelung
Widerspruchsregelung
Entscheidungslösung
lehne eine Organspende ab
ist mir egal

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werner-wow
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Neuregelung der Organspende
« am: 24. November 2011, 17:09:09 »

Moinsen,

wie Spiegel Online heute berichtet, haben sich die Spitzen  von Bundestag und Regierung haben sich über eine Neufassung des Transplanatationsgesetzes geeinigt. Demnach soll jeder Bürger zumindest einmal im Leben mit der Frage konfrontiert werden, ob er zur Organspende bereit ist:

"Die Entscheidungslösung sieht vor, dass jeder Bürger zumindest einmal in seinem Leben, möglichst aber regelmäßig mit der Frage nach der Bereitschaft zur Organspende konfrontiert wird. Die Abfrage solle geschehen "mit so viel Nachdruck wie möglich, ohne jedoch eine Antwort zu erzwingen oder Sanktionen auszuüben", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der gesundheitspolitischen Sprecher der fünf Fraktionen. Durch das neue Vorgehen solle "die Informationen über das und die Konfrontation mit dem Thema regelmäßiger und strukturierter als bisher erfolgen". 


Nachstehend Infos zu den Abstimmungsoptionen

Zustimmungsregelung
In Deutschland gilt aktuell eine Zustimmungslösung: Hier muss zu Lebzeiten, zum Beispiel per Organspendeausweis, das ausdrückliche Einverständnis zur Organentnahme nach einem Hirntod gegeben werden. Ist dies nicht der Fall, müssen die Angehörigen entscheiden - auf Grundlage des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen.

Widerspruchsregelung
Diese Regelung gilt z.B. in Österreich, Spanien und Belgien und sie bedeutet, dass jeder Bürger ein potentieller Organspender ist.  Möchte man keine Organe spenden, so muß die betreffende Person zu Lebzeiten einer Organspende widersprochen haben oder nahe Angehörige sprechen sich im Todesfall gegen eine solche Organspende aus.

Entscheidungslösung
Bei dieser Variante wird der Bürger einmal in im Leben - z.B. bei der Ausstellung des Passes aufgefordert seine Entscheidung für oder gegen eine Organspende kundzutun.

Quelle: Spiegel Online

Auf deine/eure Meinungen hierzu bin ich gespannt zwinker.
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Werner
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #1 am: 24. November 2011, 17:45:26 »

Bis gestern hätte ich noch für Widerspruchsregelung gestimmt (habe seit Jahren einen Ausweis und finde das wichtig), aber dann las ich einen Kommentar, der mich nachdenklich machte, habe also nun für Entscheidungslösung gestimmt.
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McCane
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #2 am: 24. November 2011, 17:47:52 »

Ich habe für Entscheidungslösung gestimmt. Klingt für mich am plausibelsten...
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Federball
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #3 am: 24. November 2011, 17:58:38 »

Ich denke es ist ganz wichtig sterben zu können und ich frage mich wie hoch die Lebensqualität für Spender und Empfänger danach noch ist. Dieses hauptsache alles machen was möglich ist, da bin ich skeptisch, da ich schwere Krankheiten und den Tod jetzt dreimal miterlebt habe. Man sollte vor allem regelmäßig die Frage gestellt bekommen ob man nicht auf Maßnahmen verzichten will, ich finde das mindestens genauso wichtig.

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Liz
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #4 am: 24. November 2011, 18:11:59 »

Ich denke es ist ganz wichtig sterben zu können und ich frage mich wie hoch die Lebensqualität für Spender und Empfänger danach noch ist. Dieses hauptsache alles machen was möglich ist, da bin ich skeptisch, da ich schwere Krankheiten und den Tod jetzt dreimal miterlebt habe. Man sollte vor allem regelmäßig die Frage gestellt bekommen ob man nicht auf Maßnahmen verzichten will, ich finde das mindestens genauso wichtig.

 Kaffee trinken

Ist es auch. Sind aber zwei ganz unterschiedliche Themen. Auf "lebenserhaltende" Maßnahmen im Extremfall sollte man unbedingt verzichten.

"Lebensqualität für Spender"??  zwinker Der ist tot. (Gemeint ist hier nicht eine Niere für den Sohn oder so).

Die Lebensqualität für den Empfänger kann von ganz erheblicher Bedeutung sein!!
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Federball
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #5 am: 24. November 2011, 18:15:01 »

"Lebensqualität für Spender"??  zwinker Der ist tot. (Gemeint ist hier nicht eine Niere für den Sohn oder so).

Oha

http://www.youtube.com/watch?v=e1XOxvWt6cs&feature=related

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Sabome
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #6 am: 24. November 2011, 18:19:35 »

Ich bin für die Widerspruchslösung, damit diejengen, die sich mit dem Thema nicht befassen wollen es auch niemals brauchen.
Diejenigen denen es z.B. aus religiösen Gründen aber wichtig ist keine Organe zu spenden, die können unkompliziert (1x im Leben ein Brief) ablehnen.

Wichtig finde ich aber, dass man seine Meinung auch ändern können sollte.

Liebe Grüße,

Sabome
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werner-wow
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #7 am: 24. November 2011, 18:35:20 »

Moinsen,

IWichtig finde ich aber, dass man seine Meinung auch ändern können sollte.

Auch ich finde das wichtig .

Ach ja, vor geraumer Zeit habe ich ja in einem anderen Thread darauf hingewiesen, dass ich einen Organspendeausweis besitze.
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liebe Grüße


Werner
Pat
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #8 am: 25. November 2011, 16:45:44 »

Ich bin auch für die Entscheidungslösung.
Selbst habe ich den Ausweis schon sehr lange.

Man macht sich aber - glaub ich - erst ab einem gewissen Alter oder einer gewissen Reife Gedanken um solche Sachen. Daher ist es sicher gut, wenn Menschen öfters als einmal auf die Möglichkeit der Organspende aufmerksam gemacht werden.
Auch die, die gegen den Organspendeausweis argumentieren (man wird nicht mehr gerettet - die Ärzte verdienen sehr gut an den Organen - Reiche Menschen werden schneller bedient) sollte man besser informieren.
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Marion
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #9 am: 25. November 2011, 16:51:21 »

Ich gebe ja zu das ich da oft anders fühe als ich handel.
Ich habe einen Organspende Ausweis und alle in meiner Familie wissen das.

Aber wenn ich mir vorstelle, die nehmen aus mir was raus, was ja nun wirklich nur zu mir gehört, wird mir schon mulmig.
Ja ich weiß ich bin dann Tod. Nur weiß ja keiner von uns wie Tod sein ist. Ja ist blöd deshalb habe ich ja auch den Ausweis aber Gefühle sind ja auch nicht immer erklärbar.

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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #10 am: 26. November 2011, 13:19:07 »

Ich oute mich mal als Beführworter der Widerspruchsregelung. Ich glaube, dass sich mental das Spenden und Bekommen von Organen so sehr etabliert hat, dass im Grunde nur sehr wenige Leute etwas dagegen haben. Und die sollen dann eben Widerspruch einlegen vorher im Sinne von "Alles, nur mein Herz ist mir heilig; das nehm ich mit ins Grab!" oder "Nein, nein, nein. Ich will keine und ihr kriegt keine. Meins! Alles meins!" lachen

Auf die Initiative der Bürger zu warten, sich endlich selber mal so einen Ausweis zu holen, ist recht naiv. Wir sind einfach zu faul. Aber wenn das eigene Leben am seidenen Faden hängt, schlägt kaum einer eine frische Niere oder Leber aus wette ich.
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Janina
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #11 am: 26. November 2011, 23:48:19 »

Ich bin auch für die Widerspruchsreglung, allerdings sollte der wiederspruch an öffentlicher Stelle eingelegt werden und jeder der Widerspricht, sollte auch keine Organspende bekommen.
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Manfred
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #12 am: 27. November 2011, 09:21:20 »

Ob man sich nun für oder gegen eine Organspende entscheidet - diese Entscheidung sollte autonom, also aus völlig freiem Willen, geschehen. Sonst wäre es keine eigene Entscheidung. Das muss doch jeder mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren.

Wenn diejenigen, die sich - warum auch immer - gegen eine Organspende entscheiden wüssten, dass sie selbst im Notfalll keine Organe erhalten würden, dann wäre diese Entscheidung nicht mehr frei. Und wenn die Entscheidung dann noch an öffentlicher Stelle gemacht werden soll, dann könnte sowas wie ein kollektiver Druck entstehen. Das hätte dann mit dem eigenen Gewissen nicht mehr viel zu tun.
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #13 am: 27. November 2011, 10:50:20 »

Obwohl Janinas Logik recht erbarmungslos ist, kann ich's durchaus nachvollziehen. Irgendwo ist es gerecht, jene nicht bei der Organsache mitspielen zu lassen, die ihre Ersatzteile lieber mit ins Grab nehmen wollen. Andererseits denke ich nicht, dass solche Leute nach einer lebensrettenden Transplantation diese Einstellung beibehalten würden.

So eine Idee gab es schon beim Blutspenden. Da ich erst neulich das erste Mal gespendet habe, wurde mir bei diesem Thema hier klar, dass ich dann rückwirkend betrachtet schon mehrmals seit meiner Volljährigkeit nicht den Satz gehört hätte "Ui, also wenn du noch blasser wirst, hängen wir dir mal ein Beutelchen dran." sondern "Das wird jetzt langsam gefährlich, und da Sie nie Blut gespendet haben, werden wir Sie gleich verbluten lassen müssen.".

Und da wird einem...sagen wir mal leichter klar, warum die Logik meiner Frau in dieser Sache zwar durchaus gerecht, aber undurchsetzbar ist, weil man unmöglich von Ärzten verlangen kann, einem etwas Lebensrettendes wegen so etwas vorzuenthalten.
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Sabome
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Re: Neuregelung der Organspende
« Antwort #14 am: 27. November 2011, 11:38:55 »

Bei der Blutspende ist das etwas anderes, da gibt es ja keine Möglichkeit für eine Widerspruchslösung. Blutspenden ist Aufwand, kostet Zeit und man wird mit Ärzten und Blut konfrontiert. Ich weiß so schlimm ist das nicht, ich habe selbst gespendet, aber man muss sich erstmal überwinden. Organe zu spenden ist kein Aufwand, und man bekommt davon ja auch nichts mehr mit...  Die nötige Überwindung ist ja im Moment nur die, sich damit kurz zu beschäftigen (und das ist der Knackpunkt) und sich einen Ausweis zu holen. Bei einer Widerspruchslösung fiele auch das weg.

Ich kann die Logik -wer nicht bereit ist zu spenden soll auch nicht profitieren-  durchaus auch nachvollziehen (wer bei einer Versicherung nichts einzahlt, bekommt ja auch im Schadensfall nichts), jedoch denke ich mit einer Widerspruchslösung gäbe es genügend Organe für alle Notfälle (Bequemlichkeit siegt), und einen Menschen dann trotz vorhandener Möglichkeiten sterben zu lassen passt nicht in das kollektive System.

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