Das Risiko in Deutschland, nach Jobverlust in Armut abzurutschen, liegt bei rund 70 Prozent. Bei einer Durchschnittquote von 45 Prozent weist kein anderes EU-Land auch nur annähernd einen derart drastischen Wert auf. Arbeitslosenleistungen und Bezugsdauer sind in der Bundesrepublik extrem niedrig.
Die Entwicklung ist Folge prekärer Beschäftigung. "Deutschland ist Europameister, wenn es um Armut unter Arbeitslosen geht", kommentiert Eric Seils vom Hans-Böckler-Institut die jüngsten Zahlen von Eurostat. Insbesondere niedrige Einstiegsgehälter sowie der kurze Anspruch auf Arbeitslosengeld seien fatal.
So etwa hat ein 40-jähriger Deutscher, der seit dem 18. Lebensjahr in Arbeit steht, lediglich 52 Wochen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Dänen genießen 208 Wochen Arbeitslosengeld-Anspruch, die Niederländer 104 Wochen, die Spanier 103 Wochen.
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